Ratgeber erklärt

Drückjagd-Ausrüstung: Signalkleidung, Stiefel, Zielstock und Fernglas

Von Oktober bis Januar ist Drückjagdzeit. Du stehst oft stundenlang an einem Stand, das Wild kommt schnell und manchmal nah, und um dich herum sind Treiber und Hunde unterwegs. Deshalb gelten hier eigene Regeln für die Kleidung – und ein paar Dinge machen den Tag deutlich angenehmer.

Signalfarbe ist Pflicht

Die Unfallverhütungsvorschrift Jagd verlangt bei Gesellschaftsjagden, dass sich alle unmittelbar Beteiligten deutlich farblich von der Umgebung abheben. Das gilt für Treiber und Schützen. Als Beispiel nennt sie für Schützen ein orange-rotes Hutband, für Treiber Westen oder Umhänge in Signalfarbe.

Viele Jagdleiter verlangen mehr als das Hutband, etwa Weste und Mütze in Orange. Frag vorher nach, was auf deiner Jagd gilt. Eine Jacke mit Orange oder eine Signalweste über der normalen Jagdjacke ist die sichere Wahl.

Warm stehen, nicht frieren

Auf der Drückjagd stehst du still, oft drei Stunden und länger. Kalte Füße sind das größte Problem. Hohe, gefütterte Stiefel mit Membran halten Nässe und Kälte ab, dazu Wollsocken. Die Kleidung nach dem Zwiebelprinzip: lieber eine Schicht mehr im Rucksack.

Zielstock und Sitz

Ein Zielstock gibt dir eine ruhige Auflage, wenn du lange auf einen Punkt schauen musst. Ein leichter Sitzstock oder Hocker spart Kraft, wenn der Stand keinen Sitz hat. Wichtig: schnell aufstehen können.

Fernglas mit großem Sehfeld

Auf der Drückjagd brauchst du kein Dämmerungsglas, sondern ein handliches Fernglas mit großem Sehfeld. Ein 8x42 ist dafür ideal: leicht, hell genug und schnell am Auge.

Checkliste für den Jagdtag

Jacken und Hosen mit Signalfarbe

Hohe Jagdstiefel

Zielstöcke mit vier Beinen

8x42 Ferngläser

Gut zu wissen

Häufige Fragen

Reicht ein orangefarbenes Hutband?

Die Unfallverhütungsvorschrift nennt das Hutband als Beispiel für Schützen. Viele Jagdleiter verlangen aber mehr, zum Beispiel eine Weste oder Mütze in Orange. Was gilt, sagt die Einladung oder der Jagdleiter.

Welches Fernglas eignet sich für die Drückjagd?

Ein leichtes Glas mit großem Sehfeld, meist ein 8x42. Lichtstarke 8x56 sind für den Ansitz in der Dämmerung gedacht und auf der Drückjagd eher zu schwer.

Wie bekomme ich warme Füße auf dem Stand?

Hohe, gefütterte Stiefel, die nicht zu eng sind, Wollsocken und ab und zu die Zehen bewegen. Eine Unterlage aus Filz oder Holz unter den Füßen hilft gegen kalten Boden.

Quellen und Stand

Stand: 2026-10-24

Quellen: SVLFG – Unfallverhütungsvorschrift Jagd (VSG 4.4), § 4 Abs. 12 mit Durchführungsanweisung